Das SAI-Lab betrachtet die Multifunktionsplanung zur Entwicklung, Gestaltung und Nutzung von vertikalem Verkehrsraum als eine zugleich wichtige und innovative Teildisziplin mehrerer angewandter Wissenschaften und als Möglichkeit für Gute Praxis der nachhaltigen Entwicklung durch die öffentliche Verwaltung. Zu den Wissenschaften und deren Teildisziplinen für den "vertikalen Verkehrsraum" gehören Verwaltung, Industrie und Handwerk, ebenso die Bauwerksplanung und -ausführung dazu, wie die Landschaftsbegleitplanung oder die Stadtentwicklung.

Das Projekt stellt, unter anderem, auch den Bezug zwischen anderen Projekten (siehe BUSTER xx: Radbahn Ein- und Ausfädelung) her, beispielsweise der Möglichkeiten, Lösungen und Ideen für die Ein- und Ausfädelung von Radwegen unter Viadukten bei flankierender Straßenführung (Radbahn).

Die Grundgedanken zur Multifunktionsplanung für den vertikalen Verkehrsraum sind „Integration“ und „Transdisziplinarität“ kombiniert mit „funktional bunt“ und „technisch divers“. In einem eigenen Projekt zur gestalteten Welt des Formen und Areale von vertikalen Verkehrsräumen (Mauer, Wand, Böschung, Graben, Brücke, Ständerwerk, Säule, Bauwerk, Damm, Deich, Rampe, Aufpflasterung, u.v.a.m), soll die konkrete Planung und Begleitplanung für die Gestaltung von Bauwerken, Umgebungen und Landschaften zu den Lösungen für attraktive multifunktionale Strukturen in Siedlungen (Städte, Dörfer) und der Fläche (Fort, Landwirtschaft, Natur), betrachtet werden, die durch mehrere, verschiedene und komponierte Funktionen einen Mehrwert schaffende.

Wenn eine Achse des Verkehrs von verschiedene Verkehrsmitteln, wie die „Eisenbahn“ (Gleise), das „Schiff“ (Wasserwege), oder „Kraftfahrzeuge“ (Straßen), aber auch Wege und Bahnen für Fahrzeuge der Mikromobilität, wie Fahrräder, sowie grundsätzlich und selbstverständlich  für die Fortbewegung als „Fußgang“,  in einer vertikalen baulichen Gestaltung genutzt werden sollen oder genutzt werden, dann sind neben den Knoten und Linien dieser Infrastruktur auch weitere begleitenden Elemente zu gestalten, um den Raum für alle Verkehrsteilnehmer angemessen sicher und gut für die Nutzung bereitzustellen. Zu einer ganzheitlichen und integrierten Betrachtung gehört auch die Reinigung und Sauberkeit dazu, aber eben auch die Benutzbarkeit und Annehmbarkeit. Weitere Indikatoren sind Schönheit (Kunst, Naturschauspiel) und die Instandhaltungseinfachheit (Wartungsarmut, Reparaturfreundlichkeit, Austauschleichtigkeit).

Mit allen diesen Aspekten und Merkmalen von  vertikalen Verkehrsräumen soll sich das Projekt befassen, insbesondere um die Multifunktion und den Mehrwert für oder durch eine nachhaltige Entwicklung zu behandeln. Dazu können monofunktionale Strukturen und Systeme ebenso betrachtet werden, wie di- oder trifunktionale Konzepte, um diese mit Methoden der Vielgestaltigkeit zu entwickeln und auszugestalten. Wo eine Funktion im Vordergrund steht, können die sinnfälligen, augenscheinlichen und offenkundigen Erweiterungen und Ergänzungen mit neuen und neuartigen Funktionen durchdacht und vorgestellt werden. Im Projekt sollen die Klassiker  von vertikalen Verkehrsräumen, also allgemein übliche, weit verbreitete und gemeinhin gewöhnliche vertikale Elemente mit Höhenunterschied, also auch Schrägen, des Verkehrsraums für eine systematische Betrachtung zusammengestellt werden. Anhand der klassifizierten Typen vertikaler Elemente im  Verkehrsraum können dann dazu recherchierte Beispiele und entwickelte Lösungen für die  nachhaltige Entwicklung vorgestellt und erörtert werden.

Ein- und Ausfädelung von Radwegen unter Brücken

Das weiterhin bestehende und offenbar nicht gelöste Problem bei der Radbahn stellt sich anhand der Frage, wie Radfahrende auf die Radbahn gelangen und wie die Radbahn wieder verlassen werden kann. Die baulichen und technischen Lösungen für das Einfädeln von einem straßenbegleitenden Radweg zur Radbahn durch eine Kreuzung oder Querung fehlt an der nun eröffneten Radbahn ebenso, wie die verkehrliche Ausfädelung für Radfahrende. Auch die Wegeführung an Bauwerken, wie geschlossene Brückenpfeiler, Bahnhöfen oder querende Straßen ist offenbar lediglich in ersten Ansätzen bedacht und Lösungen dafür nur im Plan erdacht. Für eine wirklich attraktive Radbahn bedarf es einfacher, sicherer und übersichtlicher  Ein- und Ausfädelung von anderen Radwegen zur Radbahn. Weiterhin ist die spannende Frage, ob die Radbahn als Ergänzung und zusätzliches Angebot für bestehende gute Radwege entlang der Straßen und Wege der Hochbahn angeboten werden, oder als Ersatz. Sollte die Radbahn den Radverkehr anstelle von Straßen und Wege für den Radverkehr bilden, ist der jetzige Prototyp augenscheinlich nicht für vergleichbare und erwartetete Verkehrs in der Breite der Fahrspur oder Fahrbahn ausreichend breit dimensioniert. 

Weitere Informationen

  • Martin Michel (27.04.2024): Radbahn. Video. URL: https://twitter.com/applescripter/status/1784278127998390763. Darin: „Und auch aus der Gegenrichtung habe ich noch eine Aufnahme der verlängerten @radbahn unter dem U-Bahn-Viadukt in Berlin-Kreuzberg. Ein Besuch der Laboranlage lohnt sich meines Erachtens absolut, die vielen liebevollen Details haben mich überrascht und begeistert.“ (s.o.).