Das Projekt "Gemeingut Künstliche Intelligenz (GKI)", in englisch "Commons Artificial Intelligence (CAI)".
Rahmenprojekt: Allmende
Nachhaltigkeitsziel: SDG 16
Mit dem Projekt sollen die Grundlagen, Maßnahmen und die Transformation von "Künstliche Intelligenz" in Gemeingut bearbeitet werden.
Dazu sollen alle wesentlichen Aspekte rund um die Technik von sogenannter "Künstliche Intelligenz" (KI, englisch artificial intelligence (AI)) betrachtet werden, um auf der Grundlage der Menschenrechte, des internationalen Völker- und Wirtschaftsrechts, sowie unter Beachtung der Vorgaben für nachhaltige Entwicklung, aus einer derzeitigen Situation des experimentellen und ökonomischen Zustands der Entwicklung, Verbreiterung und Nutzung von KI, daraus ein Gemeingut (englisch commons) zu errichten und zu gestalten. Im Projekt sollen insbesondere die derzeitigen und situativen Bedingungen der KI im Zusammenhang mit der Kapitalismus, Neoliberalismus, Globalisierung, sowie Ausbeutung, Gewalt und Krieg, aufgegriffen und bei der Bearbeitung berücksichtig werden.
Im Weiteren sollen dazu bestehende kritische und reflektierende Beitrage zur Rolle von Technik, hier KI, in der Gesellschaft einbezogen werden, um Gesellschaftmodell zu dieser Technik, als Möglichkeit für nachhaltige Entwicklung, zu diskutieren. Daraus sollen im Projekt Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die in eine umsetzbare und wirksame Nachhaltigkeit dieser Technik münden, was die Wechselwirkungen mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung anbetrifft. Hierzu kann, unter anderem, eine Veröffentlichung von Otto Brenner Stiftung einbezogen werden, in der zu lesen ist: "Fragen sozialer Gerechtigkeit sind bei der Aushandlung darüber, welche Rolle KI in unserer Gesellschaft bekommt, also von zentraler Bedeutung. Werden sie ignoriert, so drohen Verschärfungen sozialer Ungleichheiten, Verwerfungen am Arbeitsmarkt, Diskriminierungen und die Entstehung undemokratischer Machtstrukturen. Der medialen Berichterstattung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie macht technologische Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu KI der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich, ermöglicht informierte Diskussionen über notwendige Regulierungen und trägt im besten Fall dazu bei, über die sozialen Folgen der technischen Transformationen aufzuklären." (Grittmann et a. 10.2024).
Für das Projekt sollen ethische und moralische, sowie technikgeschichtliche Aspekte, mit dem legalen und rechtspolitischen Instrumentarien der Legislative, für die Grundlage des Gemeinguts Künstliche Intelligenz (GKI) gelegt werden. Bestehende Ansätze und Arbeitshilfen sollen zusammengestellt und ausgearbeitet werden. Ein Bespiel für einen konkreten Impuls findet sich unter anderem bei D64 -Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V., mit dem "Code of Conduct Demokratische KI" und der Darstellung: "Gemeinwohlorientierte Organisationen haben eine entscheidende Verantwortung, Gerechtigkeit bei der Entwicklung und Nutzung von KI zu verankern. Statt reine Profitmaximierung in den Fokus zu stellen, müssen die Bedürfnisse und Perspektiven aller Menschen die Entwicklung und Nutzung von KI gestalten. Durch offene Entwicklungsprozesse können auch die Perspektiven von marginalisierten Gruppen einbezogen werden – insbesondere von jenen, die häufig überproportional von diskriminierenden oder vorurteilsbasierten KI-Systemen betroffen sind. Wenn Organisationen ihre eigenen Ziele unreflektiert über die Erfahrungen von Menschen stellen, die im Arbeitsmarkt Diskriminierung erfahren, als Clickworker:innen ausgebeutet werden oder unter den negativen Umweltfolgen von KI leiden, verstärkt dies Ungleichheiten, statt sie zu bekämpfen. Doch neben der sorgfältigen Abwägung von Anwendungsfällen, Anforderungen und Konsequenzen braucht es auch Experimente und Ausprobieren. Denn das Warten auf perfekte Systeme, die allen Anforderungen entsprechen, kann auch lähmend wirken.
Um unser Handeln dabei zu leiten brauchen wir neben Gerechtigkeit ganz zentral: Solidarität. Dies bedeutet einerseits, mit denjenigen solidarisch zu sein, die am stärksten von bestehenden Ungerechtigkeiten betroffen sind. Andererseits müssen wir Allianzen mit Organisationen schließen, die ähnliche Ziele verfolgen, und dabei bewusst die vielfältigen Stimmen kleinerer Organisationen erhalten. Nur so können wir als Zivilgesellschaft Möglichkeitsräume schaffen und selbstbestimmt die Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen gestalten.
Mit dem Code of Conduct Demokratische KI setzen wir genau hier an: Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen aus der Breite der Zivilgesellschaft entwickeln wir eine Selbstverpflichtung für den Einsatz von KI durch gemeinwohlorientierte Organisationen. Unser bereits veröffentlichtes White Paper zu „KI und Freiheit“15 sowie ein kommendes White Paper zu „KI und Solidarität“ zeigen auf, wie wir gesellschaftliche Grundwerte verankern können. Damit schaffen wir nicht nur Orientierung für die Praxis, sondern entwickeln auch positive Visionen für einen reflektierten und informierten Umgang mit KI." (D64 e.V. 15.05.2025).
Die Idee zu diesem Projekt geht auf die Pressemeldung der TU Berlin zurück, in der zu lesen ist "Die Auszeichnung zeigt die Relevanz meiner Arbeit und ist eine Anerkennung dafür, dass eine andere Form von Forschung möglich ist – eine, die auf Respekt, Zusammenarbeit und der Autonomie von Arbeiter*innen basiert, statt auf den ausbeuterischen Mustern, die in der KI-Industrie leider allzu verbreitet sind", so Milagros Miceli" (TU Berlin 28.08.2025). Über die allgemeinen Ansätze in der Forschung von Frau Milagros Miceli, die beispielsweise Themen wie Wohlfahrtsstaat, Zivilgesellschaft und Arbeitsschutz aufgreifen oder behandelt, ziehen wir im SAI-Lab für die Idee zu diesem Projekt bereits Konsequenzen wegen dem Fehlen oder Missachten von grundlegenden Aspekten für die Entwicklung, den Einsatz und den möglichen Nutzen dieser Technik zur nachhaltigen Entwicklung nach der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.
Zuordung des Projekts zu ausgewählten Nachhaltigkeitsvorgaben:
- 35. Zielvorgabe 4.7: Kurz: "Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung sicherstellen".
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1278 - 37. Zielvorgabe 4.b: Kurz: "Stipendien zum Besuch einer Hochschule für Entwicklungsländer, Berufsbildung für MINT-Fächer wesentlich erhöhen".
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1280 - 46. Zielvorgabe 5.b: Kurz: "Selbstbestimmung der Frauen fördern".
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1289 - 63. Zielvorgabe Kurz: "Entwicklungsorientierte Politiken fördern".
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1306 - 68. Zielvorgabe 8.8: Kurz: "Arbeitsrechte schützen, sichere Arbeitsumgebungen gewährleisten".
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1311 - 101. Zielvorgabe 12.1: Kurz: "Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster umsetzen"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1364 - 144. Zielvorgabe 16.6: Kurz: "Leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und transparente Institutionen aufbauen"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1434 - 145. Zielvorgabe 16.7: Kurz: "Bedarfsorientierte, inklusive, partizipatorische und repräsentative Entscheidungen gewährleisten"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1435 - 148. Zielvorgabe 16.10: Kurz: "Öffentlicher Informations-Zugang gewährleisten und völkerrechtliche Grundfreiheiten schützen"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1438 - 150. Zielvorgabe 16.b: Kurz: "Antidiskriminierung in Recht und Politik für nachhaltige Entwicklung fördern und durchsetzen"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1440 - 158. Zielvorgabe 17.8: Kurz: "Technologiebank und Wissenschaft für LDC operationalisieren, Grundlagentechnologien und Nutzung von IKT verbessern"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1448 - 167. Zielvorgabe 17.17: Kurz: "Wirksame öffentliche, öffentlich-privater und zivilgesellschaftliche Partnerschaften aufbauen, unterstützen und fördern"
Siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/nachhaltigkeit/1457
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