Aktualisierung am 17.03.2026.
Das Projekt "Hochschulgemeinschaften in Krisen stärken (HiKs)".
Rahmenprojekt: Nahsicht
Nachhaltigkeitsziel: SDG 17
Über das Projekt „Hochschulgemeinschaften in Krisen stärken (HiKs)“ sollen persönliche, soziale, organisatorische, organisationale, strukturelle, systematische, systemische, technische, bauliche, hochschulpolitische und rechtliche Merkmale, Kriterien und Indikatoren der Institution oder Organisation und Selbstorganisation einer Hochschule betrachtet und untersucht werden.
Diese Betrachtung und Untersuchung, am Beispiel von Hochschulgemeinschaften, soll dazu führen, sowohl die verbliebene Resilienz dieser Hochschulgemeinschaften in einer Krise zu erhalten, als auch neue Kraft für die Bewältigung der Krise zu schöpfen.
Dazu soll die Vulnerabilität von Hochschulgemeinschaften betrachtet werden, um Eigenarten und Eigenheiten der Gemeinschaften an Hochschulen zu erkennen, um darauf zurückgreifen zu können, sei es im günstigen Fall als mögliche Ressource oder im ungünstigen Fall zwecks übergeordneter oder allgemein erforderlicher Intervention von Außen.
Die Lage von Hochschulgemeinschaften in einer Krise ist hinreichend ungünstig. Die Feststellung einer bedauerlicherweise bestandenen Vulnerabilität der Hochschulgemeinschaften, die eine Hochschulgemeinschaft in eine Krise hineingeraten ließ, ist üblicherweise die erste Erkenntnis eines Krisenstabs oder anderen Gremiums der obersten Leitung zu einer akuten Krise. Daran knüpft über das Management der Krise zunächst unmittelbar ein Prozess des organisationalen Lernens ein, der dazu dient den Verlauf der Krise und die Art und Weise der Bewältigung der Krise zu beobachten.
Eine jede Krise umfasst als günstigstenfalls die Selbstbeobachtung, um in der Krise und aus der Krise zu lernen, damit die Hochschulgemeinschaft in der Zukunft krisenfester wird. Dazu sind, neben der festgestellte Vulnerabilität, der Qualität und Quantität der Krise, alle Ideen, Lösungen und Maßnahmen für eine höher, erweiterte oder bessere Resilienz das Ziel.
Dennoch soll in einem solchen Szenario „inmitten der Krise“ über das Projekt eine positive und hoffnungsfroh stimmende Vision aufgezeigt und erörtert werden, die aus der Krise führen kann, oder dazu beiträgt die Situation, möglichst als Organisation und Organismus im Ganzen, zu ertragen, zu meistern, sowie optimistisch und zukunftsgerichtet zu bleiben. Die kann mit Innovationen, Veränderungen, Anpassungen oder sonstigen Meilensteinen in der nachhaltigen Entwicklung erfolgen, beispielsweise durch neue oder geänderte Haltungen, mutige und passende Entscheidungen, beim Machen und Wirken, oder wegen strategischer Aspekte als „Gemeinschaft“, um möglichst aus der Krise heraus zu gelangen.
Im Projekte soll verbliebene Resilienz auf Maßnahmen mit Wirkungen zur Milderung der Wirkungen, Folgen und ungünstigen Wechselwirkungen der Krise ebenso bearbeitet werden, wie die günstigen oder förderlichen Kräfte und Ressourcen, die eine Krise freisetzt und auslöst.
- Was könnten die vielen Hände und Köpfe zum Bewältigung einer Krise zusammen tun?
- Wie können sich die Angehörigen der Hochschule, aus den verschiedenen sogenannten Statusgruppen, zusammenschließen, um gemeinsam den Ausweg aus einer Krise zu finden?
- Wie können sich die Angehörigen der Hochschule in Form von gemeinsam an Lösungen zu wichtigen oder dringlichen Aufgaben unterstützen oder helfen?
- Wie kann bei finanziellen, personellen, materiellen oder organisatorischen Probleme, die innerhalb eines Teils der Organisation der Hochschule nicht selbst gelöst werden können oder eigenständig überwunden werden können, für wechselseitige Resilienz gesorgt werden?
- Wie könnte mit „mehr miteinander“ ein „einfach füreinander“ entwickelt, genutzt oder verbessert werden?
- Wie könnte mit dem Ansatz der Transdisziplinarität, an die Gemeinschaft einer Hochschule herangegangen werden, um diese „ Gemeinschaft“ wirksam und sichtbar werden zu lassen?
- Wie können aus Angehörigen, die entweder unter einer Krise oder unter systematisch-strukturellen Problemen leiden, eine Gemeinschaft von Mitgestaltende und Mitwirkenden entwickelt, gestaltetet, gefördert und unterstützt werden?
- Wie kann gemeinschaftliches Tun und Handeln die Angehörigen der Hochschule aus den verschiedensten Bereichen von Verwaltung, Wissenschaft, Forschung, Lehre und Studium verbinden, zusammenbringen und Nutzen stiften?
- Wie kann sich Lernen und Lehre, auf den verschiedenen Ebenen oder Stationen des akademischen Werdegangs, in den Wissenschaften oder in der Verwaltung, gegenseitig annähern?
- Woran und womit lassen sich unentdeckte aber vorhandene Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Verwaltung erkennen und ausgestalten
- Wo liegen die unsichtbaren Querverbindungen für viel Mehrwert und Gemeinschaft in Form gemeinschaftlich lösbarer und bearbeitbarer Aufgaben?
- Welche fruchtbaren und nachhaltige Entwicklung anstiftende und vermehrende Verbindungen gibt es zu entdecken oder aufzudecken?
- Wie können ganz klassische Aufgaben, Zuständigkeiten und Strukturen in der Organisation, entlang der Funktionen und Handlungsfelder, betrachtet werden, um Interaktion und Kollaboration für jene Bereiche, Themen und Aufgaben zu bündeln, die als Krise wirken.
- Wie kann auf einfache oder innovative Art und Weise ein Mehrwert für das Gemeinwohl an der Hochschule angegangen, entwickelt oder gefördert werden?
- Wo kann an einer Hochschule die innere-disziplinäre oder fachlich-spezifische Arbeit durch mehr multidisziplinäre oder gar transdisziplinäre Arbeit weiterentwickelt werden?
Sofern zu den Szenarien für eine Krise bereits durch bekannte, wahrscheinliche, absehbare, erkannte Faktoren, übergeordnete Trends, regionale Entwicklung oder örtliche Bedingungen eine eingestufte Eintrittswahrscheinlichkeit und eine beurteilte Schadensschwere als Risiko festgestellt sind, können auf der Grundlage rechtlicher Vorgaben und gesetzlicher Handlungsspielräume zu möglichen Krisen die passenden Ansätze für Lösungen zusammengetragen werden, die machbaren Lösungen ausgewählt und eine entsprechende Umsetzung einer Maßnahme oder eines Pakets an Maßnahmen eingeleitet und vorangetrieben werden.
Sofern ein als Risiko festgestelltes Szenario einer Krise bereits eingetreten ist, kann trotz der erschwerten Bedingungen in der Krise, auf qualitativ anderer Art und Weise, ebenfalls nach Lösungsansätzen, Lösungen und Maßnahmen eine Ausschau gehalten werden. Der Krisenmodus kann durch dessen Bedingungen und eigenen Merkmalen der Resilienz, einbenommen der Art und des Grades der Krise, bestimmte Ressourcen zur Bewältigung der Krise hervorbringen und aktivieren.
Die Abkürzung für das Projekt „HiKs“ ist metaphorisch zu verstehen und spielt mit Schluckauf und hicksen. Ist ein Krise wie ein Schluckauf. Unangenehm, verstörend, ungewisse Zeit andauernd aber nicht lebensbedrohlich?
Für die Bearbeitung des Projekts wird als Arbeitshypothese vorgeschlagen, wonach es nützlich und zweckmäßig ist die Erörterung über die Szenarien der möglichen Krisen für Hochschulgemeinschaften über Handlungsfelder anzugehen und diese zu skizzieren. Mit einem Ansatz über Handlungsfelder lassen sich, so die Idee, zugleich Phänomene der jeweiligen Krisen erkennen und beschreiben, wie andererseits die Tätigkeiten, Handlungen und Aktivitäten für die Überwindung einer Krise darstellen.
Zusammenstellung möglicher Handlungsfelder für die Krisenprävention und Krisenbewältigung von Hochschulgemeinschaften:
- Gemeinschaftswesen und Kultur der Kollaboration (Neigungsgruppen, interdisziplinäre und gemischte Projektgruppen aus allen Angehörigen)
- Nachbarschaften (in Gebäuden, über Etagen und Gebäudeteile hinweg)
- Fürsorge und Kompetenzen (Weiterbildung, Fortbildung)
- Instandhaltung und Stand der Technik
- Kernaufgaben und Gute wissenschaftliche Praxis
- Führung, Verantwortung und Selbstorganisation (Verwaltung)
- Studiengänge mit Resilienz-Faktor (Bachelor, Master, Dissertation, Akademisierung)
- Liegenschaft und Freiraumgestaltung
- Nutzungsgemeinschaften, Teilen und Leihen
Weitere Informationen:
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Thorsten Philipp (2026): campustransformation: Impulse und neue Allianzen für transdisziplinäres Lernen. TU Berlin. Symposium: Freitag, 27. März 2026. URL: https://www.tu.berlin/vp-sl/transdisziplinaere-lehre/campustransformation
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Andreas Bethmann, Thorsten Philipp (2026): campustransformation. Impulse und neue Allianzen für transdisziplinäres Lernen. Kolloquium/Symposium. Alice Salomon Hochschule Berlin, TU Berlin. URL: https://events.tu-berlin.de/de/events/01992b03-1c35-7638-9992-76fd8b896ffd?scopeFilter%5Bpublicly_visible%5D=true&scopeFilter%5Bhidden_in_lists%5D=false&scopeFilter%5Bended%5D=false. Darin: "Multiple Krisen, ein sich wandelndes Verständnis akademischer Verantwortung und der Bedarf an inklusiven, offenen Lernlandschaften rücken das transformative Potenzial von Hochschulstandorten ins Zentrum aktueller Debatten um Studienangebote und didaktische Innovation. Hochschulen werden zunehmend als urbane Wissensallmenden erschlossen, in deren Arbeitsweisen Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement zueinanderfinden." (s.o.).
- FernUniversität in Hagen (10.09.2024): Umgang von Hochschulen mit Krisen und Konflikten. Krisenmanagement. Krisenmanagement. URL: https://bildungsklick.de/hochschule-und-forschung/detail/umgang-von-hochschulen-mit-krisen-und-konflikten. Darin: „Nahostkonflikt, Ukrainekrieg, Klimakrise, KI-Revolution – wie können sich Unis fit machen für unruhige Zeiten und ihre Herausforderungen? Dazu forscht Dr. Len Ole Schäfer.“ (s.o.). Darin auch: „(…) Vulnerabilität und Resilienz zusammenhängen. Hintergrund ist eine differenzierte Analyse der Strukturen und Dynamiken innerhalb und zwischen Organisationen.“ (s.o.). Darin auch: „(…) Diese Widerstands- und Anpassungsfähigkeit, die ermöglicht, schwierige Situationen ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen, wird fachsprachlich als Resilienz bezeichnet. „Einfach formuliert versteht man darunter die Fähigkeit, Krisen und Schocks frühzeitig zu erkennen, sie zu bewältigen und Kapazitäten für neue unerwartete Ereignisse freizusetzen (…).“ (s.o.).
- HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V. (08.08.2025): Krisenmanagement an Hochschulen – Aufbau und Etablierung. URL: https://his-he.de/projekt/krisenmanagement-an-hochschulen-aufbau-und-etablierung/
- Thorsten Philipp (2026): Modul: Die Stadt als Labor - Orte, Techniken und Strategien transdisziplinärer Arbeit. URL: https://www.tu.berlin/vp-sl/transdisziplinaere-lehre/modul-die-stadt-als-labor
Quervernetzt:
- Nahsicht - Übersicht, siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/53-sdg-17-nahsicht/1181
- Nahsicht 044: E-Government Umsetzung an Hochschulen, siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/53-sdg-17-nahsicht/4673
Anker:
- Nahsicht 046: Hochschulgemeinschaften in Krisen stärken (HiKs), siehe URL: https://www.sai-lab.de/index.php/de/projekte/53-sdg-17-nahsicht/4824