In diesem Projekt wird der Mittelteil der Hertzallee betrachtet, insbesondere die Pflege des Straßenbegleitgrüns, die Instandhaltung der Fahrbahn, die Bewirtschaftung der Parkplätze, die Unfallgefahren für Fußgänger, das Fahrverhalten von Kraftfahrzeugen, die Sondernutzungen und Nebennutzungen, die Straßen- und Wegereinigung zu den Jahreszeiten, die Veranstaltungen in diesem Bereich, die allgemeine und sonstige Nutzung als öffentlicher Raum, die Beobachtungen und Entwicklung zur Nachhaltigkeit, insbesondere die CampusNatur, und vieles andere mehr.

Das SAI-Lab kommentiert: Das Bauvorhaben „Campus Süd - Zweiter Abschnitt Hertzallee“ steht in direkter Verbindung zu „Bauvorhaben Campus Süd – erster Abschnitt Hertzallee“, also dem Abschnitt „verlängerte Hertzallee“. Diese Projekt ist umgesetzt. Es könnte eine bescheidene und wenig nachhaltige Referenz für die schlechterdings gleichartig fortgeführt Umsetzung der verbleibenden Abschnitte auf dem Campus im "Hertzallee Mittelteil" sein.

Hier in diesem Projekt greifen wir das Bauvorhaben „Nachhaltiger Campus Süd: Zweiter Abschnitt Hertzallee, inklusive Museumspavillion “ auf, über das schon länger an der TU Berlin erörtert wird. In diesem Projekt soll die „nachhaltigkeitsfachlich Begleitplanung“ erfolgen und ausgestaltet werden. Dazu sollen allgemeine, rechtliche, fachliche und grundlegende Daten, Fakten und Informationen zusammengestellt werden, um das Bauvorhaben nach den Zielen, Vorgaben und Indikatoren, mit den passenden Merkmalen und Kriterien der nachhaltigen Entwicklung umfassend, transdisziplinär und partizipativ zu betrachten.

Die Hertzallee ist ein Straßenzug der den nördlichen Bahnhof Zoo - nahezu parallel verlaufend mit der Hardenbergstraße - mit dem Ernst-Reuter-Platz verbindet. Dabei führt die heutige Hertzallee als verkehrsarme Straße, teils als Sackgasse, mit teils historischem Kopfsteinpflaster, durch eine geschützte Grünanlage mit teils altem und mächtigem Baumbestand. Die Straße dient dem überschaubaren Lieferverkehr im Südcampus, insbesondere für die Zentralmensa des Studierendenwerks und schafft die Verbindung und Zuwegung zu technischen Einrichtungen, Bauwerken und Gebäuden der TU Berlin für die Campuslogistik. Die noch vorhandenen Parkplätze in diesem Abschnitt werden von der Hertzallee erschlossen. Darüber hinaus ist der Mittelteil der Hertzallee eine wichtige Verkehrsfläche in Notfällen für die Rettungskräfte, sowie für die Räumung bei Evakuierung. Der Mittelteil der Hertzallee ist eines der  guten Beispiele für dichten Bestand an Straßenbäumen mit der besonderen Funktion der vollen Verschattung sommerlicher Fußgängerwege. Zugleich zeichnet sich die mittlere und nordwestliche abschnitt Hertzallee (noch) durch die Verkehrsarchitektur und dem Baustoff-Mix als Zeugnis einer historischen Straßengestaltung aus, die Grundlage für ganz bestimmte Zustände und Phänomene der Artenvielfalt und Biodiversität bildet. Darüber hinaus dient diese Allee dem Flanieren, vielen weiteren Arten der Fußmobilität und Formen der Mikromobilität, zeichnet sich durch akademische Ruhe und Umtriebigkeit aus, und trägt zum Kontrast aus Bewegung, Verkehr, Licht und Lärm der Großstadt entlang der benachbarten Verkehrskorridore bei, indem hier eine bestimmte ehrwürdige Kombination von Langsamkeit der Mobilität und Mischung der Funktionen und Nutzungen eines Universitätscampus hervortreten.

Vor dem Hintergrund der Planungen für die Umgestaltung, Neugestaltung und Veränderungen auf dem Südcampus entlang dieser Straße auf dem Campus, wollen wir über den Status, den Schutz und die Entwicklung der Artenvielfalt und Biodiversität sprechen, die es hier (noch) gibt. Mit einem transdisziplinären Ansatz wird die eine Stunde der Veranstaltung dazu genutzt, um so viel über die Artenvielfalt auf diesem Abschnitt der Hertzallee zu dokumentieren, zu erfassen und zu beschreiben. Dazu sind alle Teilnehmenden, aus den Jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen, persönlichen Interessen und fachlichen Kenntnissen aufgefordert, sich in dieser Art naturwissenschaftlichen und verwaltungsfachlichem „Mashups“, einer örtlichen Kollage über die Vielfalt in der Biologie und deren Nachbarwissenschaften, zu  beteiligen.
Die durch vorgesehenen Straßenbaumaßnahmen und die Baustellen für den geplanten von einem „Pavillon“ und die “Wissenspfade“ auf dem Campus der TU Berlin wird sich die historische Gestalt auch hinsichtlich der Artenvielfalt, der Stadtökologie und der Biodiversität verändern. Hierzu wollen wir für die Belange der Biodiversität einige wichtigen und dringliche Merkmale, Kriterien und Indikatoren betrachten, allen voran die Tier- und Pflanzenarten, deren Sekundarbiotope (und Tertiärbiotope) und sowie die ökologischen Funktionen der Campusarchitektur. Wir freuen uns auf die Interessierten aus der allgemeinen Öffentlichkeit, die Angehörigen der Universität, die Bürgerinnen und Bürgern aus der Nachbarschaft und Kolleginnen und Kollegen aus Verwaltung und Technik.

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